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Marmorbrüche

Die Werkstatt
Eine Reise in die Steinverarbeitung.
Dank der  Aufwertung und der Renovierung des originalen Produktionsstandorts konnte das Patriziat von Arzo den Ausstellungsraum „Antico Laboratorio“ (Die Antike Werkstatt) eröffnen. Heutzutage können hier die Besucher die von damaligen Steinbrucharbeitern und Steinmetzern benutzten Maschinen bewundern, die Steinverarbeitungsprozesse von Arzo und die Geschichte der Menschen näher kennenlernen, die in einem der 72 kleinen Steinbrüchen dieser Gegend arbeiteten. 200 Menschen waren hier bis zum Jahre 1912 beschäftigt. Die Besichtigung ermöglicht die Entdeckung nicht nur der didaktischen Werkstatt, sondern auch des aus dem Steinbruch gewonnenen Amphitheaters und des Erlebnispfades.

Das Amphitheater
Eine Seelenlandschaft.
Die Steinbrüche befinden sich auf dem Monte San Giorgio (UNESCO-Welterbe). Das Bauprojekt des Amphitheaters hat die Aufwertung des Landschaftsmosaiks im damaligen, grossen Steinbruch von rotem Kies ermöglicht. Sehr interessant in diesem Naturgebiet ist auch die Existenz eines Geotops und einiger Biozönosen. Dieser beindruckende und faszinierende Freiluftraum zielt auf die Aufwertung der historischen und naturalistischen Aspekten der Gegend und wurde als Ort für öffentliche und private Veranstaltungen konzipiert.

Das Erwachen der Steinbrüche von Arzo
Jahrhunderte der Gewinnung des bunten Marmors.
Der Beginn des Bergbaus in diesen Steinbrüchen geht auf das Ende des vierzehnten Jahrhunderts zurück, als die Bauten der Gotik entstanden. Der aus dem Poncione d'Arzo am Monte San Giorgio gewonnene Fels fand zahlreiche Abnehmer. Um nur einige Beispiele zu nennen, finden wir Arzo-Marmor im Dom von Mailand und im Dom von Como sowie im germanischen Raum, bis Warschau, oder in den bevorzugten Auswanderungszielen der „Meister der Berge“.

In den Steinbrüchen gab es verschiedene Aufgaben, von der harten Arbeit der Steinbrucharbeiter bis zur Meisterschaft der Steinmetze, Polierfrauen und Baumeister. Die Arbeit der Steinschlagarbeiter und Marmorarbeiter war nie einfach, sie hat mehrere Krisenmomente durchlebt und die Männer gezwungen, in andere Gebiete (übrige Schweiz, Frankreich) zu gehen und manchmal auch weiter weg nach Amerika auszuwandern.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Steine nur mit schweren Hämmern, Meißeln, Hebeln und Eisenkeilen von Hand gewonnen.
Von den Zwanzigerjahren an, nach der Zeit der durch den Ersten Weltkrieg bedingten Untätigkeit, ist es dank der Firmen Luigi Allio & figli und Rossi+Ci. zu einer bedeutenden Wiederaufnahme der Gewinnung von Arzo-Marmor mit neuen Maschinen gekommen.
Von Carrara, um den Stein aus dem Berg zu extrahieren, brachte Ottorino Rossi die Maschine mit dem Spiraldraht: ein komplizierter Mechanismus von Sockeln mit Rädern, um den Draht zu fahren und mit einem Wagen, der mit einem großen Rad ausgestattet war, das den Draht in Spannung hielt, der über viele Meter (500 bis 1000 Meter) in den Himmel lief und mit der Handlung von Wasser und Sand den Stein durchtrennte.

Im Steinbruch Allio, der höher gelegen war und bis zum Poncione d' Arzo reichte, gab es keinen elektrischen Stromanschluss für den Betrieb der Spiraldrähte, sodass sich das Unternehmen 1925 einen Dieselmotor von der deutschen Firma Hatz, spezialisiert auf die Herstellung von Motoren für Boote und Schiffe, liefern ließ.
Die Firma Rossi+Ci., die bis 2009 noch 6 Generationen lang aktiv war, führte dann weitere Maschinen zur Gewinnung und Verarbeitung von Marmor ein und baute auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Gaggiolo ein größeres Labor.
Mitte der Achtzigerjahre wurde der Übergang von einer Spiraldrahtmaschine zu einer Diamantseilmaschine beschlossen, eine Methode, die auch heute noch angewandt wird. Diese Entwicklung hat es möglich gemacht, die Förderung einfacher und schneller zu machen.

Arzo-Marmor, wie die Steinbrucharbeiter sagen, ist geologisch gesehen ein Naturbeton, ein polychromes Sedimentgestein, das auf dem Meeresgrund eines großen Ozeans zwischen dem afrikanischen und dem europäischen Urkontinent entstanden ist.

Die Bedeutung der Steinbrüche von Arzo ist seit Langem international anerkannt, wie zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen zu den Themen der tektonischen Phasen und der Paläogeographie der Alpen sowie zu den reichen und einzigartigen fossilen Lagerstätten aus der Jurazeit belegen.
Der Bergbau hat das Verdienst, dieses Naturdenkmal ans Licht zu bringen und es der wissenschaftlichen Forschung und der Bevölkerung zugänglich zu machen.